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Gemeinsame Pressemitteilung von AAV, Stadt Lemgo und Kreis Lippe vom 22.10.2020

Sanierungsarbeiten am Alten Wallkanal gehen los

Am 26. Oktober 2020 starten die Arbeiten zur Sanierung des Bodens an der ehemaligen chemischen Reinigung in der Neuen Torstraße. Im ersten Projektabschnitt erfolgt der Abriss von zwei Teilgebäuden und der Austausch des belasteten Bodens. Dafür muss der Slavertor-Wall in diesem Bereich bis Frühjahr 2021 gesperrt werden. Durchgeführt werden die Arbeiten im Auftrag des AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (Maßnahmenträger) und in enger Abstimmung mit dem Kreis Lippe und Straßen und Entwässerung Lemgo.

Was passiert nun?
Zunächst werden die Baustelle und eine Bereitstellungsfläche am angrenzenden Slavertor-Wall eingerichtet. Der Wall muss dann für die Zeit der Sanierungsarbeiten bis Frühjahr 2021 im Baustellenbereich gesperrt werden. Für Fußgänger und Radfahrer werden Umleitungen eingerichtet und ausgeschildert.

Zur Absicherung der Bodensanierungsarbeiten werden zwei Brunnen errichtet, über die eine Wasserhaltung erfolgt. Das bei den Arbeiten anfallende verunreinigte Wasser wird vor Ort gereinigt und anschließend in die Kanalisation abgeleitet.

Die beiden zurückzubauenden Gebäudeteile, unter denen sich der Schwerpunkt der Bodenbelastung befindet, werden vor dem eigentlichen Abriss zunächst von den vorhandenen Gebäudeschadstoffen befreit.

Im Anschluss daran wird eine Arbeitsfläche hergestellt, auf der dann ein Bodenaustausch durch sich überschneidende Großlochbohrungen erfolgt. Hierbei werden 186 Bohrungen mit einem Durchmesser von 1,50 m ausgeführt, bei denen rund 6.000 Tonnen Boden anfallen. Die Bohrungen werden nach dem Aushub mit sauberem Füllmaterial verfüllt. Damit wird sichergestellt, dass ein wesentlicher Teil des Schadstoffpotentials in diesem Bereich entfernt ist. Der belastete Boden wird zur Entsorgung in zugelassene Entsorgungsanlagen gebracht. Die LKW-Transporte des Materials erfolgen in geschlossenen Containern.

Nach Abschluss der Bohrarbeiten Anfang 2021 wird die Geländeoberfläche wiederhergestellt. Anschließend werden am Slavertor-Wall neue Bäume gepflanzt. Der Wall wird im Frühjahr 2021 wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.

Arbeits- und Anwohnerschutz
Bei den angrenzenden Gebäuden wurde eine Beweissicherung durchgeführt und während der Bauarbeiten werden die Erschütterungen gemessen. Besonders wichtig ist der Schutz von Arbeitern und Anwohnern: deshalb wird die Konzentration der Schadstoffe in der Luft laufend überwacht und kontrolliert. Die in nächster Nachbarschaft der Baustelle wohnenden Haushalte sind mit einem Informationsschreiben über die Maßnahmen informiert worden.

Zur Beantwortung von Fragestellungen aller Art im Zusammenhang mit der Baustelle wird ein „Baubüro“ eingerichtet, in dem unter Beachtung der bestehenden Hygienevorschriften als Ansprechperson Petra Günther vom Ingenieurbüro IFUA-Projekt-GmbH zur Verfügung steht. Die Öffnungszeiten des Baubüros sind in der Regel:

Dienstag           von 10:00 – 13:00 Uhr und
Mittwoch           von 15:30 – 18:30 Uhr.

Die nahe Zukunft
Im Zuge der Wiederherstellung des Geländes werden Infiltrationspegel sowie Grundwassermessstellen eingebaut, um im Rahmen des anschließenden Projektabschnitts weitere Bodeneingriffe zu vermeiden. Geplant ist eine sogenannte „in-situ chemische Oxidation“ (ISCO) zur Entfernung vorhandener Restmengen der Schadstoffe.

Parallel dazu werden im Rahmen der Sanierungsarbeiten für den verbleibenden, noch verunreinigten Teil des alten Wallkanals weitere Arbeiten für einen Feldversuch vorangetrieben. So soll erprobt werden, inwieweit ein mikrobieller Schadstoffabbau erfolgen kann.