Kompakt-Information

Was wird gemacht?
Auf dem Grundstück einer ehemaligen chemischen Reinigung wurden Lösemittel nachgewiesen, die den Boden und das Grundwasser belasten. In Projektabschnitt Teil I der Sanierung wird nach dem Abriss von zwei Teilgebäuden der Reinigung zunächst der Boden ausgetauscht. Für diesen Teil der Arbeiten ist die Einrichtung einer großflächigen Baustelle erforderlich.

In Projektabschnitt Teil II der Sanierung erfolgt im Anschluss die Reinigung des Grundwassers.

Wer ist für die Sanierungsarbeiten zuständig?
Für die Sanierung sind sowohl der AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung mit Sitz in Hattingen sowie der Kreis Lippe und die Alte Hansestadt Lemgo zuständig.

Warum werden die Arbeiten durchgeführt?
Für die Anwohner besteht keine gesundheitliche Gefahr. Dennoch müssen der belastete Boden und das Grundwasser gereinigt werden, damit sich die Verunreinigung nicht weiter ausdehnt und gegebenenfalls zu Grundwasservorkommen vordringt, die für die Trinkwassergewinnung genutzt werden.

Wie werden die Arbeiten umgesetzt?

Abbrucharbeiten (Projektabschnitt Teil I)
Zu Beginn der Sanierungsarbeiten erfolgt der Rückbau von zwei Teilgebäuden der ehemaligen chemischen Reinigung.

Boden (Projektabschnitt Teil I)
Der belastete Boden rund um die ehemalige chemische Reinigung wird mittels Großlochbohrungen ausgetauscht. Durch 160 Bohrlöcher wird die belastete Erde bis zu einer Tiefe von 5 bis 6 Metern entnommen und durch neuen, unbelasteten Boden ersetzt.

Grundwasser (Projektabschnitt Teil II)
Das belastete Grundwasser wird entnommen, in einer Anlage, die dafür aufgestellt wird, gereinigt und wieder dem Wasserkreislauf zugeführt. Diese Maßnahme wird mehrere Jahre dauern, hat aber keine Beeinträchtigungen für die Anwohner oder Besucher des Walls zur Folge.

Wie wird sich der Wall durch die Baustelle verändern?
Im Februar werden Teilabschnitte des Slavertor-Walls gerodet. Das betrifft die Areale, in denen der Bodenaustausch vorgenommen wird und Bereiche, in denen der kontaminierte Boden zwischengelagert und verladen wird. Nach Abschluss der Arbeiten wird der alte Zustand über Neuanpflanzungen wiederhergestellt werden.

Wie lange wird der Wall gesperrt sein?
Die Baustelle wird ab Oktober 2020 eingerichtet und bis voraussichtlich Anfang 2021 bestehen bleiben. Die Großlochbohrungen beginnen voraussichtlich im November. In diesem Zeitraum wird ein Teil des Slavertor-Walls abgesperrt. Umleitungen für Fußgänger und Radfahrer sind in dieser Zeit eingerichtet und ausgeschildert.

Welche Beeinträchtigungen werden erwartet?
Neben den Absperrungen kann es zu Geruchsbelästigungen bei der Entnahme des belasteten Bodens im Umfeld der Bohrlöcher kommen. Die Gerüche werden durch die Lösungsmittel verursacht. Es werden während der Bauzeit ständig Messungen der Schadstoffmenge in der Luft durchgeführt. Die in einem Immissionsschutzkonzept definierten Maßnahmen, die während der Baumaßnahme durchgeführt werden, schließen eine gesundheitliche Gefährdung der Anlieger und der Arbeiter aus.
Für Fragen rund um das Projekt wird während der Bauphase wird ein Baubüro eröffnet. Am Dienstag von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr und am Mittwoch von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr steht an der Baustelle ein Ansprechpartner zur Verfügung.

Wie hoch sind die Kosten für die Maßnahme und wer trägt sie?
Der Projektabschnitt Teil I (Rückbau und Bodensanierung) kostet etwa 3,6 Millionen Euro. Davon übernimmt der AAV 80 Prozent. Die Restkosten werden anteilig vom Kreis Lippe und der Stadt Lemgo getragen.